Ende der Trockenzeit - Zeit der Brände
Die Praxis, Felder (Chacras) und steile Hänge abzubrennen, ist in der Region Apurímac und der Umgebung von Curahuasi tief verwurzelt. Hinter diesem weit verbreiteten Phänomen stecken sowohl praktische als auch traditionelle Beweggründe der lokalen Bevölkerung.Hauptgründe für das Abbrennen der ChacrasAus landwirtschaftlicher Sicht dient das Feuer in erster Linie der schnellen Feldreinigung (Limpieza). Nach der Ernte verbleiben Stoppeln, Unkraut und trockene Pflanzenreste (Rastrojo) auf den Feldern. Das Abbrennen stellt für die Landwirte die einfachste und kostengünstigste Methode dar, die Flächen ohne den Einsatz teurer Maschinen für die nächste Aussaat vorzubereiten. Zudem entsteht durch das Verbrennen Asche, die dem Boden kurzfristig Nährstoffe wie Kalium und Calcium zuführt und ihn scheinbar fruchtbarer macht. Auch zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung wird das Feuer genutzt, da die Hitze Unkrautsamen, Pilze und Schädlinge vernichtet. An den Hängen wird das trockene Altgras abgebrannt, damit nach den ersten Regenfällen frisches, grüne Gras (Pasto fresco) für das Vieh nachwachsen kann.Neben den praktischen Aspekten spielen Traditionen und Kulturglauben eine große Rolle. In vielen andinen Gemeinden hält sich der Glaube, dass der aufsteigende dichte Rauch die Wolken anzieht und somit die ersehnten ersten Regenfälle nach der Trockenzeit einleitet. Oft fehlt es den Kleinbauern zudem an Wissen über bodenschonende Alternativen wie das Mulchen oder Kompostieren. Besonders in den trockenen Monaten von Mai bis Oktober führen kleine Kontrollbrände häufig zu verheerenden Wald- und Flurbränden. Die Vegetation in der Region Curahuasi ist zu dieser Jahreszeit extrem ausgetrocknet. Wenn dann starke Winde durch die Canyons und Täler wehen, tragen sie die Funken im Nu über große Distanzen, Hänge und Schluchten hinweg. Da selten Schutzmaßnahmen wie Brandschneisen um die Felder angelegt werden, gerät das Feuer schnell außer Kontrolle.


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